
Die meisten Menschen kennen den Pico Laser als „das Gerät, das Tattoos wegmacht”. Das stimmt – und verschenkt gleichzeitig fast alles, was dieses Gerät kann. Stellen Sie sich vor, Ihre Haut würde nicht verbrannt, sondern angetippt. Denn das Besondere am Pico Plus ist nicht, was er entfernt. Sondern wie wenig Hitze er dafür braucht. Und genau daraus entsteht etwas, das in der ästhetischen Medizin lange als unvereinbar galt: sichtbare Veränderung, ohne dass Sie danach eine Woche verschwinden müssen.

Stellen Sie sich einen Eiswürfel vor, in dem ein Kirschkern eingefroren ist. Sie sollen den Kern zerkleinern – ohne dass das Eis schmilzt.
Herkömmliche Laser gehen über Wärme. Sie erhitzen den Kern so lange, bis er zerfällt. Das funktioniert. Aber das Eis ringsum schmilzt eben mit. In der Haut heißt dieses „Mitschmelzen”: Rötung, Schwellung, Krusten, Heilungszeit – und bei empfindlicher Haut das Risiko, dass am Ende neue Pigmentflecken entstehen.
Der Pico Plus geht über einen Schlag. Sein Lichtimpuls dauert 450 Pikosekunden – das sind 450 Billionstel einer Sekunde. Diese Zahl lässt sich nicht wirklich vorstellen, deshalb ein Vergleich: Wenn eine Sekunde so lang wäre wie 31 Jahre, dann dauert ein Pico-Impuls weniger als eine Hundertstelsekunde.
Der Impuls ist vorbei, bevor Wärme überhaupt entstehen kann. Statt zu schmelzen, zersplittert das Pigment – wie Glas unter einem Ton, nicht wie Wachs unter einer Flamme. Zurück bleiben Bruchstücke, die so klein sind, dass Ihr eigenes Lymphsystem sie abtransportiert. Ihr Körper räumt auf. Der Laser hat ihm nur gezeigt, wo.
Der eine Satz, den Sie sich merken sollten: Der Pico Plus arbeitet mit Druck statt mit Hitze. Alles Weitere folgt daraus.
Für alle, die es genau wissen wollen:
| Parameter | Pico Plus (Cynosure Lutronic) |
| Wellenlängen | 1064 nm, 532 nm, 595 nm, 660 nm |
| Kürzeste Pulsdauer | ca. 450 Pikosekunden |
| Modi | Pikosekunden und Nanosekunden |
| Handstücke | Zoom, Pico Toning, Dual Focused Dots (fraktioniert), Gold Toning 595 nm, Ruvy Touch 660 nm |
Vier Wellenlängen bedeuten vier verschiedene Tiefen und Zielstrukturen. 1064 nm geht tief und erreicht Pigment in der Lederhaut. 532 nm arbeitet oberflächlich, dort wo Altersflecken sitzen. 595 nm spricht feine Gefäßrötungen an. 660 nm erreicht Farbpigmente, an denen andere Wellenlängen scheitern.
Im Klartext: Ein Gerät, das nicht ein Problem kann, sondern für jedes Problem die passende Einstellung hat.
Hier kommt der Teil, der die meisten überrascht. Für die Hautverjüngung wird der Laserstrahl durch eine spezielle Optik in ein Raster aus hunderten winzigen Energiepunkten aufgeteilt. In jedem dieser Punkte passiert etwas, das Fachleute LIOB nennen – laser-induced optical breakdown.
Übersetzt: In der Tiefe der Haut entstehen mikroskopisch kleine Bläschen. Nicht an der Oberfläche. Darunter. Ihre Hautoberfläche bleibt dabei vollständig intakt. Keine Wunde. Keine Kruste. Kein offenes Areal.
Aber Ihre Haut merkt trotzdem: Hier ist etwas passiert, hier muss repariert werden. Und sie startet genau das Programm, das sie im Alter immer seltener von selbst startet – Kollagenbildung, Elastinaufbau, Erneuerung der Struktur. Genau dieses Bild – winzige Bläschen bei völlig unversehrter Umgebung, gefolgt von einer Reparaturkaskade – wurde in histologischen Untersuchungen an Hautmodellen dokumentiert, unter anderem an der Uniklinik RWTH Aachen und in Düsseldorf.
Das ist der eigentliche Trick: Reparatur ohne Verletzung.
Sie haben vermutlich Melasma. Und Sie haben wahrscheinlich schon einiges probiert, das nicht geholfen oder es sogar verschlechtert hat.
Warum das so ist: Melasma ist keine harmlose Ansammlung von Flecken, sondern ein hartnäckiges, hormonell mitbeeinflusstes Hautbild. Schwangerschaft, Pille, Perimenopause – als Gynäkologin und Ästhetin sehe ich diesen Zusammenhang jede Woche.
Und Melasma hat eine Eigenschaft, die fast alle Behandlungen scheitern lässt: Es reagiert auf Wärme. Sonne, Sauna, Infrarot – und eben auch Laser, die über Hitze arbeiten. Deshalb kommt es nach mancher gut gemeinten Behandlung dunkler zurück als vorher.
Warum der Pico Plus hier anders ist: Er bringt keine relevante Wärme ein. Er zertrümmert das Pigment mit einem Druckimpuls, in sehr niedriger Energie, in mehreren behutsamen Sitzungen. Zu diesem Vorgehen liegen randomisierte Studien vor, in denen der niedrig-fluente 1064-nm-Pikosekundenlaser beim Melasma untersucht wurde – mit und ohne fraktionierte Optik.
Was ich Ihnen ehrlich sagen muss: Melasma wird kontrolliert, nicht geheilt. Wer Ihnen Heilung verspricht, verkauft Ihnen etwas. Ohne täglichen Lichtschutz ist jede Sitzung verschenkt. Und weniger ist hier besser als mehr – zu aggressive Protokolle können fleckige Aufhellungen verursachen, die schwerer zu korrigieren sind als das Ausgangsproblem.
Das ist einer der häufigsten Sätze in meiner Sprechstunde. Und dahinter steckt kein Pflegefehler, sondern Anatomie.
Warum Hals, Dekolleté und Hände so schwierig sind: Wenn ein Laser die oberste Hautschicht abträgt – wie es der CO₂-Laser tut – muss die Haut sich von unten neu aufbauen. Die Zellen dafür kommen aus Haarfollikeln und Talgdrüsen. Die funktionieren wie kleine Reparatur-Depots.
Im Gesicht liegen diese Depots dicht an dicht. Deshalb heilt Gesichtshaut nach einer Laserbehandlung schnell und zuverlässig. Am Hals, am Dekolleté und an den Handrücken gibt es davon sehr viel weniger. Die Haut ist dünner, schlechter durchblutet, ärmer an Reserven. Ablative Verfahren sind dort deshalb ein echtes Risiko: verzögerte Heilung, helle Flecken, sichtbare Abgrenzungskanten, im schlimmsten Fall Narben.
Deshalb hören so viele Patientinnen: „Am Hals machen wir das lieber nicht.”
Und genau hier liegt die Stärke des Pico Plus. Weil er die Hautoberfläche gar nicht erst öffnet, gibt es auch nichts, was schlecht heilen könnte. Behandelbar werden damit:
Der Satz, den ich in Beratungen am häufigsten sage: Ihre Hände sind der Körperteil, den Sie selbst am häufigsten sehen – und der am seltensten behandelt wird.
Das ist kein Luxusproblem. Für viele Menschen ist es die Entscheidungsfrage.
Nach einer ablativen Laserbehandlung sind realistisch fünf bis zehn Tage einzuplanen: Rötung, Nässen, Krusten, kein Make-up, kein Kundentermin, kein Elternabend. Wer selbstständig ist, unterrichtet, im Kundenkontakt steht oder kleine Kinder hat, kann das oft schlicht nicht organisieren – und lässt es dann ganz.
Nach einer Pico-Behandlung ist üblicherweise eine Rötung für einige Stunden bis etwa einen Tag zu erwarten, dazu ein leichtes Wärmegefühl, manchmal eine feine Schwellung. Make-up ist in der Regel am Folgetag wieder möglich.
Das verändert das ganze Konzept: Serie statt Ereignis. Mehrere sanfte Sitzungen statt einer harten – mit einem Ergebnis, das sich aufbaut, und einem Risiko, das deutlich flacher bleibt.
Individuelle Reaktionen sind unterschiedlich; die Zeitangaben sind Erfahrungswerte und keine Zusicherung.
Zuerst eine Wahrheit, die selten jemand ausspricht: Poren öffnen und schließen sich nicht. Sie haben keinen Muskel. Was wir „Pore” nennen, ist die Öffnung eines Haarkanals mit Talgdrüse.
Warum wirken Poren dann größer? Aus drei Gründen:
Punkt 2 und 3 lassen sich behandeln. Wenn der Pico Plus die Kollagenbildung rund um die Poren anregt, spannt sich der Rand wieder. Die Pore ist anatomisch fast gleich groß – aber sie wirft weniger Schatten.
Und das ist letztlich auch die Erklärung für den Effekt, den Patientinnen als „ebenmäßig” beschreiben: Pigment gleichmäßiger, Struktur feiner, Licht wird glatter reflektiert. Haut, die aussieht wie gut belichtet.
Schritt 1 – Wir schauen zuerst genau hin. Hautanalyse, Hauttyp, Vorgeschichte, Medikamente, hormonelle Situation, aktuelle Bräune. Bei Pigmentflecken ist die wichtigste Frage: Ist es Melasma, eine Entzündungsfolge oder ein klassischer Altersfleck? Diese Unterscheidung entscheidet über die gesamte Behandlung – und wird erstaunlich oft übersprungen.
Schritt 2 – Vorbereitung. Je nach Befund bereiten wir die Haut über einige Wochen mit Pflegeprodukten vor. Bei Neigung zu Lippenherpes gibt es eine vorbeugende Tablettentherapie.
Schritt 3 – Die Behandlung. Reinigung, Augenschutz, Auswahl von Wellenlänge und Handstück. Je nach Areal dauert das 15 bis 40 Minuten.
Schritt 4 – Danach. Beruhigende Pflege, konsequenter Sonnenschutz, für einige Tage keine Sauna, kein intensiver Sport, keine Säuren oder Retinoide. Studien deuten darauf hin, dass dexpanthenolhaltige Präparate die Regeneration danach unterstützen können.
Schritt 5 – Die Serie. Meist 3 bis 6 Sitzungen im Abstand von 3 bis 6 Wochen. Der Kollagenaufbau läuft danach noch monatelang weiter – das Ergebnis wird nach der letzten Sitzung noch besser
Ist die Behandlung schmerzhaft? Die meisten Patientinnen beschreiben ein kurzes Prickeln – wie warme, feine Sandkörner, die auf die Haut treffen. Es ist deutlich milder als das, was viele von einer Laserbehandlung erwarten. Unangenehm ist es vor allem an knochennahen Stellen wie Stirn, Nasenrücken oder Handrücken, dort aber nur für Sekunden.
Ist eine Betäubung notwendig? Bei den sanften Protokollen – Melasma, Toning, Hautverjüngung, Poren – in der Regel nicht. Bei höheren Energien, etwa zur Tattooentfernung oder bei ausgeprägten Pigmentläsionen, tragen wir vorab eine Betäubungscreme auf, die etwa 30 Minuten einwirkt. Sie entscheiden das mit; niemand muss hier tapfer sein.
Wie oft kann ich das machen lassen? Die Haut braucht Erholungszeit zwischen den Sitzungen. Üblich sind 3 bis 6 Wochen Abstand. Häufiger ist nicht besser – im Gegenteil: Bei Melasma ist zu häufige Behandlung einer der klassischen Fehler und kann zu ungleichmäßiger Aufhellung führen.
Wie viele Sitzungen brauche ich? Als Orientierung: Pigmentflecken und Melasma meist 4 bis 6, Hautverjüngung und Poren 3 bis 5, Tattoos deutlich mehr. Die tatsächliche Zahl legen wir erst nach der Analyse fest.
Und danach? Ist es dann für immer gut? Nein – und das gilt für jede ästhetische Behandlung. Ihre Haut altert weiter, die Sonne scheint weiter. Die meisten Patientinnen kommen zur Erhaltung ein- bis zweimal pro Jahr. Bei Melasma ist die Erhaltung sogar der wichtigere Teil der Therapie.
Wie lange dauert eine Sitzung? Je nach Areal 15 bis 40 Minuten. Ein Gesicht ist realistisch in einer Mittagspause machbar.
Kann ich danach direkt wieder arbeiten? In der Regel ja. Rechnen Sie mit Rötung für einige Stunden. Make-up meist ab dem Folgetag.
Wann sehe ich etwas? Pigmentveränderungen zeigen sich oft nach der zweiten bis dritten Sitzung. Struktur, Poren und Kollageneffekt entwickeln sich langsamer, über zwei bis sechs Monate. Das ist kein Mangel – so lange braucht Kollagen biologisch.
Geht das auch im Sommer? Grundsätzlich ja, unter zwei Bedingungen: keine frische Bräune und konsequenter Sonnenschutz. Bei Melasma gilt: Die Erhaltung im Sommer ist anspruchsvoller als der Start im Winter. Wer im Winter beginnt, hat es leichter.
Ist der Pico Plus für dunklere Hauttypen geeignet? Die geringe Wärmeentwicklung ist hier ein echter Vorteil. Gleichzeitig hängt die Wirkschwelle nachweislich vom Melaningehalt der Haut ab – die Einstellungen müssen entsprechend angepasst werden. Eine Behandlung „nach Standardprotokoll” wäre bei dunkleren Hauttypen unseriös.
Ab welchem Alter ist das sinnvoll? Es geht nicht ums Alter, sondern um den Befund. Poren und Aknenarben behandeln wir auch bei jungen Erwachsenen, Melasma tritt oft ab Mitte 30 auf, Altersflecken an den Händen meist später.
Kann ich das mit anderen Behandlungen kombinieren? Ja, und meistens ist genau das sinnvoll. Pico verbessert Pigment und Struktur – Straffung, Volumen und Muskelbewegung sind andere Baustellen. Kombinationen planen wir zeitlich gestaffelt.
Ersetzt der Pico Plus den CO₂-Laser? Nein. Die beiden lösen unterschiedliche Probleme. Wir haben beide Geräte im Haus und wählen nach Befund – nicht nach Gerät.
Was kostet das? Der Preis hängt von Areal und Anzahl der Sitzungen ab. Sie erhalten im Beratungsgespräch eine transparente Aufstellung, bevor Sie sich entscheiden.
Diesen Abschnitt halte ich für den wichtigsten des ganzen Textes. Wer nur über Möglichkeiten spricht, spricht nicht ehrlich.
Nicht oder nur nach genauer Abwägung bei:

Der Pico Plus ist in unserer Praxis kein Tattoo-Gerät. Er ist die Antwort auf die Fälle, in denen Wärme das eigentliche Problem ist: bei Melasma, das auf Hitze mit Rückkehr reagiert. An Hals, Dekolleté und Händen, wo abtragende Laser zu riskant sind. Und bei Menschen, für die eine Woche Ausfallzeit keine Option ist.
Die Frage im Beratungsgespräch ist nie: Welches Gerät haben wir? Sondern: Was braucht diese Haut?
Dr. med. Lara Pfahl · Hautlabor · Damm 10, 26135 Oldenburg 👉 Jetzt Beratungstermin vereinbaren
Anmerkung: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ergebnisse ästhetisch-medizinischer Behandlungen sind individuell verschieden und können nicht zugesichert werden.
Ästhetische Medizin bedeutet, Ihre natürliche Schönheit sanft zu unterstreichen. Lassen Sie uns herausfinden, welche Behandlung perfekt zu Ihnen passt – für Ergebnisse, die Sie jeden Tag genießen.